Messtechnik
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MarForm Software MarWin
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Produkteigenschaften

Applikation Schwinggeschwindigkeitsanalyse


Gefertigte Bauteile für Wälzlager sind nach dem Bearbeitungsprozess mit Rundheits- und Welligkeits-Abweichungen von der Idealgeometrie behaftet. Insbesondere bei Komponenten für schnell drehende Lager (wie z. B. in Computer-Festplatten) können solche Abweichungen der Laufbahnen von der idealen glatten Kreisform zu Laufunruhe, zu Geräuschentwicklung und zu verringerter Lebensdauer durch erhöhten Verschleiß führen.

Daher ist es für Hersteller solcher Lager wichtig, die Einhaltung bestimmter Toleranzen für die Rundheitsabweichung und die Welligkeitsamplituden möglichst schon vor dem Zusammenbau der Lager an den einzelnen Komponenten prüfen zu können. Dazu bietet die Schwinggeschwindigkeits-analyse sehr gute Möglichkeiten, da mit dieser Methode der Einfluss und die Auswirkung der Formabweichungen auf den Bauteilen auf das spätere Verhalten in sich drehenden fertig montierten Lagern quantitativ und drehzahlabhängig vorhergesagt und bewertet werden kann.

Merkmale

Es handelt sich um eine eigenständige reine Auswerte-Software, anwendbar auf zuvor mit den MarForm-Messmaschinen erfasste Rohprofile (vollständige geschlossene Radialkreise an Laufbahnen auf Mantelflächen oder geschlossene Plankreise auf Stirnflächen entsprechender Lagerkomponenten).

Bevor die Schwinggeschwindigkeitsanalyse an einer Wälzlagerkomponente durchgeführt wird, muss zunächst ein vollständiges und geschlossenes Kreisprofil (Vollkreis über 360° ohne Unterbrechungen) im Bereich der Laufbahn (normal zur Mantelfläche bzw. senkrecht zur Stirnfläche) auf einem MarForm- Messgerät gemessen werden. Die Achse der Lagerkomponente sollte zuvor mechanisch zur Drehachse des Messgerätes ausgerichtet worden sein. Die Auswerte-Software der Option Schwinggeschwindigkeit berechnet entweder aus dem ungefilterten Rohprofil oder aus einem gemäß der vom Anwender eingegebenen Filter-Grenzwellenzahl bandbegrenzten Profil zunächst das zugehörige Fourier-Amplitudenspektrum (FFT-Analyse).

Durch Gewichtung (Multiplikation) jedes Terms dieses Spektrums mit der Ordnungszahl des Terms (entsprechend der zugehörigen Anzahl von Schwingungsperioden pro voller Umdrehung des Bauteils), mit der vom Anwender vorgegebenen fiktiven Drehfrequenz für diesen Term und mit einem weiteren festen Faktor berechnet die Software daraus das so definierte zugehörige Schwinggeschwindigkeitsspektrum.

Beschreibung

In jedem Protokollblatt werden für drei Bänder des Spektrums mit frei wählbaren unteren und oberen Ordnungszahlen als Bandgrenzen Kenngrößen aus den Termen des Spektrums berechnet und in einer Merkmalstabelle des Ergebnisprotokolls ausgegeben.

Diese Kenngrößen sind Wert und Ordnungszahl mit der maximalen Schwinggeschwindigkeit in jedem Band und die als RMS-Reihe (Root Mean Square) berechnete ‚Summe’ der Schwinggeschwindigkeiten in diesem Band. Die RMS-Kenngrößen sind ein Maß für die in dem jeweiligen spektralen Band enthaltene Schwingungsenergie bei der späteren Drehbewegung der Lagerkomponente auf Grund der von den radialen bzw. axialen Formabweichungen der Laufbahn induzierten Hubbewegungen. Auf diese Weise sind Auswertungen mit bis zu 15 Bändern komfortabel möglich.

Einsetzbar in Verbindung mit MarForm MMQ 100, MMQ 200, MMQ 400, MFU 100, MFU 110 WP, MFU 800, MFU 8 Retro, MFK 500 und MFK 600 und ab Auswertesoftware MarWin 3 mit EasyForm, AdvancedForm und ProfessionalForm